Jiaozi (饺子)
Die besonders in Nordchina beliebten Teigtaschen weisen eine gewisse Ähnlichkeit zu italienischen Ravioli auf.
In vielen Restaurants können Jiaozi bestellt werden, wenn sie auch meist nicht als Hauptgericht gedacht sind. Einige
Lokale haben sich aber auch ganz auf Jiaozi spezialisiert. Da das Zubereiten der Jiaozi recht zeitaufwendig ist, werden in
chinesischen Supermärkten tiefgefrorene Jiaozi verkauft, längst auch in Asia-Läden in Deutschland. Besonders gerne
werden Jiaozi zu festlichen Anlässen, insbesondere während des chinesischen Frühlingsfestes (春节) zubereitet. Da zumindest
beim Füllen der Jiaozi viele Hände mithelfen können, ist das Zubereiten der Jiaozi dann Familienangelegenheit, man sitzt
beisammen, füllt Jiaozi und unterhält sich dabei. Tatsächlich bedeutet die Zubereitung daher ein größeres Vergnügen
als das eigentliche Essen.
Jiaozi gibt es in unzähligen Variationen, auch für Vegetarier. Die meisten Jiaozi-Füllungen enthalten aber Fleisch. So auch die hier vorgestellte
Füllung:
Zutaten
Alle für Jiaozi benötigte Zutaten können in jedem gewöhnlichen Supermarkt besorgt werden, nur bei der Sojasoße empfiehlt es sich,
auf Produkte aus dem Asia-Markt zurückzugreifen.
Teig (4 Personen): ca. 400g Mehl, Wasser
Füllung (4 Personen): 500g Schweinehackfleisch ungewürzt (alternativ Rinderhackfleisch, gemischtes Hackfleisch eignet sich weniger gut), 3 große Möhren,
8 Lauchzwiebeln (nur die untere Hälfte verwenden, alternativ dazu bietet sich Porree an), 1 Esslöffel Salz, 3-4 Esslöffel Sojasoße, 3-4 Esslöffel Speiseöl,
jeweils eine Prise Pfeffer und Knoblauch.
Zubereitung
Teig: der Teig besteht nur aus Mehl und Wasser, ohne weitere Zutaten, er sollte gut durchgeknetet werden und hinterher etwa 15 Minuten ziehen. Von der Konsistenz her, darf der Teig weder zu fest noch zu weich sein.

Bild 1: der fertige Teig.
Füllung: die geschälten Möhren werden mit dem Reibesieb schön fein gerieben und zusammen mit dem Hackfleisch in eine Schüssel gegeben. Hinzu kommen die Lauchzwiebeln, die mit einem Küchenmesser in
sehr kleine Stücke geschnitten werden müssen, je feiner, desto besser hinterher der Geschmack der Füllung. Anschließend werden die bei den Zutaten genannten Gewürze und Öle hinzugegeben und die Füllung gut
durchgemischt. Für eine vegetarische Füllung können beispielsweise Eier und Zuchini verwendet werden.

Bild 2: die fertige Füllung.
Das Füllen der Jiaozi: auf die Arbeitsfläche (Tisch oder großes Küchenbrett) wird ein wenig Mehl gestreut, damit der Teig nicht verklebt, einige große Teller für die fertigen Jiaozi sollten ebenfalls bereitsstehen, auch hier kann
etwas Mehl gestreut werden. Nehmen Sie dann einen Teil des Teigs und rollen Sie ihn zu einer etwa daumendicken Rolle, von der Sie etwa 2 cm breite Stücke abschneiden. Diese Stücke werden anschließend zu flachen Scheiben gerollt. Die Scheiben sollten nicht
zu dünn sein, da die Jiaozi sonst beim Kochen aufgehen, aber auch nicht zu dick, da dies auf Kosten des Geschmacks geht.

Bild 3: die einzelnen Arbeitschritte beim Vorbereiten der Teighülle.
Nehmen Sie anschließend etwas Füllung und legen Sie diese in die Mitte einer der Teigscheiben, halten Sie diese dabei in der Hand. Es sollte soviel Füllung wie möglich verwendet werden, nur muss sich das Teigtäschchen hinterher noch problemlos schließen lassen.

Bild 4: Hinzufügen der Füllung.
Falten Sie dann den Teig in der Mitte zusammen.

Bild 5: Zusammenfalten des Teigs in der Mitte.
Zuletzt müssen noch die Seiten der Teigtasche verschlossen werden, indem der Teig an der Seite eingeknickt und dann zusammengedrückt wird. Auf keinen Fall darf es offene Stellen oder Risse geben, da sich die Jiaozi sonst beim Kochen ganz öffnen.

Bild 6: Zusammenfalten der Seiten.

Bild 7: fertig gefaltete Teigtasche.

Bild 8: ist erst einmal ein Teller voll, kann es schon mit dem Kochen der Jiaozi losgehen.
Das Kochen der Jiaozi: geben Sie die fertigen Jiaozi (ungefähr 15-20 pro Kochgang) in einen mittelgroßen Topf mit kochendem Wasser (der Topf sollte bis zu einem Drittel mit Wasser gefüllt sein). Lassen Sie das Wasser dreimal aufkochen, bevor Sie die Jiaozi aus dem Wasser nehmen, nach jedem Aufkochen sollten Sie etwas
kaltes Wasser hinzugeben, außerdem müssen die Jiaozi immer wieder umgerührt werden, damit sie nicht verkleben. Beim Umrühren und Herausnehmen der Jiaozi, etwa mit einer Kelle, ist darauf zu achten, dass die Teighülle dabei nicht beschädigt wird. Die Jiaozi sind nun fertig, und
können sofort gegessen werden. Die Jiaozi, die auch mit Stäbchen gegessen werden, werden von Chinesen mit Vorliebe vor dem Verspeisen in ein mit Speiseessig gefülltes Schälchen getunkt. Da immer etwas heißes Wasser in die Jiaozi gerät, sollte man bei den frisch aus den Wasser geholten Jiaozi etwas
vorsichtig sein, um Verbrennungen zu vermeiden.

Bild 9: Fertig gekochte Jiaozi.
Guten Appetit! Sollten Sie übrigens nicht alle Jiaozi auf einmal essen können, so lassen sie sich später immer noch sehr gut in der Pfanne braten.
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