Einleitung
London ist als ehemalige Hauptstadt des britischen Empires ein Schmelztiegel der Kulturen, wie er sich in Europa sonst nirgends ein zweites Mal findet. Aus dem asiatischen Raum sind insbesondere die indische und die chinesische Kultur
zahlenmäßig sehr stark vertreten. Ganze Stadtviertel werden von diesen Ethnien geprägt. Das reichhaltige kulturelle Erbe der einst dem britischen Empire zugehörigen Gebiete und Nationen spiegelt sich auch in den umfassenden Beständen der großen Museen der Stadt wider.
Im Folgenden sollen einige der Orte vorgestellt werden, an denen eine mal mehr, mal weniger direkte Begegnung mit den verschiedenen asiatischen Kulturen in London möglich ist.
Chinatown
Die im Stadtteil Soho gelegene Chinatown wirkt auf den ersten Blick recht kompakt, denn der Großteil der chinesischen Geschäfte und Restaurants konzentriert sich auf die relativ kurze, von zwei chinesischen Torbögen umgrenzte Gerrard Street. Allerdings ist Chinatown längst darüber hinaus gewachsen, auch viele der nahe gelegenen Seitenstraßen beherbergen Läden und Lokale aus dem
gesamten ostasiatischen Raum, wenngleich nicht unbedingt in derselben Dichte wie auf der Gerrard Street. Entstanden ist die heutige Chinatown in Soho erst in den Siebziger Jahren, doch die Geschichte der Chinesen in London reicht mindestens bis Mitte des 19. Jahrhundert zurück. Ursprünglich war Soho ein eher zwielichtiges Rotlichtviertel, doch mittlerweile hat es sich zu einem trendigen Shopping- und Ausgehviertel gewandelt, welches
in jedem Fall einen ausgiebigen Besuch wert ist. In den vielen Restaurants Chinatowns lässt sich für Londoner Verhältnisse angenehm günstig speisen, außerdem wird hier eine sehr authentische, zumeist südchinesische Küche angeboten. Wenig empfehlenswert sind hingegen die Schnellimbissbuden, die qualitativ und leider auch hygienisch meist weit hinter den Asia-Imbissen in Deutschland zurückstehen müssen.
Anreise: Chinatown liegt nahe (5-10 Minuten Fußweg) zu den beiden U-Bahn-Stationen Piccadilly Circus (Piccadilly oder Bakerloo Line) und Leicester Square (Piccadilly oder Northern Line), der Weg dorthin ist ausgeschildert.
Links:
Chinatown London. Offizielle Webseite der Londoner Chinatown. (English)
London Chinatown Chinese Association. Webseite der London Chinatown Chinese Association. (English)
London Chinese Community Centre. Webseite des London Chinese Community Centre. (English / Chinesisch)
London Chinese Community Network. Webseite des London Chinese Community Network. (English / Chinesisch)
BBC - Chinese London. Artikel über die Chinesen in London. (English)
Wikipedia - British Chinese. Wikipedia-Seite zur Geschichte der britischen Chinesen. (English)
Wikipedia - Chinatown, London. Wikipedia-Seite zur Londoner Chinatown. (English)
Wikitravel - Chinatown, London. Wikitravel-Seite zur Londoner Chinatown. (English)
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Kew Gardens
Weitab vom Stadtzentrum, nicht allzu weit vom Flughafen Heathrow entfernt, befinden sich die königlichen botanischen Gärten von Kew, kurz Kew Gardens. Nicht zu Unrecht wurden diese altehrwürdigen Gärten mit ihren großartigen Gewächshäusern
2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Ein Besuch von Kew Gardens sollte zum Pflichtprogramm eines jeden London-Besuchers gehören, auch wenn hierfür leicht ein ganzer Tag veranschlagt werden muss. Eines der Markenzeichen von Kew Gardens ist die 50 Meter hohe Pagode im chinesischen
Stil, die ab 2009 auch wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich ein japanischer Steingarten mit dem Chokushi-Mon, ein hölzernes Tor, welches dem Haupttor des bekannten Nishi Hongan Tempel in Kyoto nachempfunden ist. Fast auf der anderen Seite der
ausgedehnten Parkanlage wurde zudem ein Bambusgarten mit einem traditionellen japanischen Holzhaus, dem Minka-Haus samt Inneneinrichtung eingerichtet.
Anreise: Kew Gardens liegt etwa 5 Minuten von der gleichnamigen U-Bahn-Station (District Line) entfernt, der Weg dorthin ist angesichts der Vielzahl der Touristen kaum zu übersehen.
Öffnungszeiten: 9.30 - 18.30 Uhr, am Wochenende 7.00 - 19.30 Uhr, im Winter 9.30 - 18.00 Uhr, es gelten leicht abweichende Öffnungszeiten für Gewächshäuser und Kew Palace.
Eintrittspreise: Erwachsene 13 Pfund, Ermäßigt 12 Pfund, Kinder unter 17 Jahren bei Begleitung durch Erwachsene frei, gesonderte Eintrittspreise für Kew Palace
Links:
Royal Botanic Gardens, Kew. Offizielle Webseite von Kew Gardens. (Englisch)
Wikipedia - Royal Botanic Gardens (Kew). Wikipedia-Seite zu Kew Gardens. (Deutsch)
Historic Royal Palaces - Kew Palace. Offizielle Webseite des Kew Palace. (Englisch)
Japanese History in London. Artikel zur japanischen Geschichte in London, mit einem Abschnitt zu den Kew Gardens. (Englisch)
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Kyoto Garden
Zwischen dem großen Stadtpark Kensington Gardens und dem Trendviertel Notting Hill befindet sich der unscheinbare Holland Park, der mit dem Kyoto Garden den wohl schönsten japanischen Garten der Stadt beherbergt. Aufgrund seines dichten Baumbewuches und des reichen Wildtierbestandes ist ein Besuch des
Holland Park in jedem Fall ein kleines Erlebnis. Erst 1991 kam der kleine, aber sehr stilvoll angelegte und angenehm ruhige japanische Garten im Rahmen des damaligen Japan Festivals als zusätzliche Attraktion hinzu.
Anreise: Am Nächsten ist die U-Bahn-Haltestelle Holland Park (Central Line), der Eingang zum Park befindet sich praktisch um die Ecke, kann aber trotzdem leicht übersehen werden.
Links:
Wikipedia - Holland Park. Wikipedia-Seite zum Holland Park. (Englisch)
JGarden - Holland Park Japanese Garden. Eintrag zum Japanischen Garten im Holland Park in der JGarden-Datenbank. (Englisch)
Pictures of Holland Park. Bildergalerie zum Holland Park. (Englisch)
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Neasden Temple
Der Neasden Tempel (benannt nach dem gleichnamigen Teilgebiet des Londoner Stadtbezirks Brent) wurde von der Hindu-Organisation Bochasanwasi Shri Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha (kurz BAPS) 1995 gegründet und heißt mit offiziellen Namen
BAPS Shri Swaminarayan Mandir. Es handelt sich hierbei um den größten Hindutempel außerhalb Indiens. Die abgelegene Lage (siehe Anreise) sollte daher nicht von einem Besuch abschrecken, der Aufwand lohnt sich in jedem Fall. Bei besonderen
Anlässen ist der Tempel nicht unbedingt immer der Öffentlichkeit zugänglich, die Webseite der BAPS gibt darüber aber Aufschluß. In jedem Fall gilt es vor Betreten des Tempels die strengen Sicherheitskontrollen zu passieren. Dann aber
lässt sich die imposante Innenarchitektur des Tempels in ihrer ganzen Pracht bewundern. Gegen ein Entgelt kann außerdem noch eine Daueraustellung zum HInduismus besichtigt werden.
Anreise: Der Weg zum Tempel ist von der U-Bahn-Haltstelle Neasden (Jubilee Line) aus zwar mit Wegweisern gekennzeichnet, zur Sicherheit sollte man unterwegs aber besser nachfragen. Der Fußweg dauert mindestens eine halbe Stunde und führt durch einen
Vorort, wie er vom Stadtzentrum Londons nicht verschiedener sein könnte. Von der U-Bahn-Haltestelle Wembley Park (ebenfalls Jubilee Line) gibt es eine Busverbindung zum Tempel, allerdings dauert diese Fahrt leicht bis zu einer Stunde.
Links:
Mandir.org. Offizielle Webseite der Bochasanwasi Shri Akshar Purushottam Swaminarayan Sanstha (BAPS). (Englisch)
Wikipedia - BAPS Shri Swaminarayan Mandir London. Wikipedia-Seite zum Tempel. (Englisch)
BBC - Shri Swaminarayan Mandir and Haveli, Neasden, London, UK. Artikel zum Tempel. (Englisch)
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British Museum
Das Britische Museum hat wie einige andere Museen der Stadt im nicht gerade günstigen London einen immensen Vorteil: der Eintritt ist völlig frei. Neben den eindrucksvollen Ausstellungen zur europäischen
Antike, Ägypten und anderen Teilen der Welt verfügt das Museum auch über eine umfassende Asienabteilung (insbesondere China, Japan und Korea), mit insgesamt über 70.000 Objekten. Es empfiehlt sich früh zu kommen,
da der Besucherandrang sehr stark ist und eine komplette Besichtigung des Museums mindestens einen halben Tag in Anspruch nimmt.
Anreise: Das Museum befindet sich gegenüber von der University of London, nahe der U-Bahn-Haltestelle Russell Square (Piccadilly Line).
Öffnungszeiten: 10.00 - 17.30 Uhr
Links:
British Museum. Offizielle Webseite des Museums. (Englisch)
Wikipedia - Britisches Museum. Wikipedia-Seite zum Museum. (Deutsch)
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Tea and Coffee Museum
Das dem britischen Nationalgetränk Tee in London ein Museum gewidmet ist, verwundert kaum, die Kaffeeabteilung im ohnehin nicht sehr großen Museum ist da naturgemäß deutlich kleiner ausgefallen. Den Anfang der kleinen, aber feinen und liebevoll
gestalteten Ausstellung machen die klassischen Teeländer China und Japan, überraschend wenig findet sich zu Indien. Als besondere Attraktion gibt es außerdem die wohl größte Teekanne der Welt zu sehen. Für Teeliebhaber ein Pflichtbesuch!
Anreise: Achtung! Das Museum ist vor nicht allzu langer Zeit umgezogen, Beschreibungen aus älteren Reiseführern oder Stadtplänen sind also nicht mehr aktuell. Das Museum liegt heute
zwischen Borough Market und Tate Modern an der Southwark Street (Nr. 40). Am Nächsten ist die U-Bahn-Haltestelle London Bridge (Jubilee und Northern Line), doch eigentlich empfiehlt es sich, das Museum in Rahmen eines
ausgedehnten Themsespazierganges aufzusuchen.
Öffnungszeiten: 10.00 - 18.00 Uhr
Eintrittspreise: 4 Pfund, Ermäßigt 3.50 Pfund
Links:
The Bramah Museum of Tea and Coffee. Offizielle Webseite des Museums. (Englisch)
Londonse1 - Bramah's Museum of Tea and Coffee. Artikel zum Museum. (Englisch)
Wikipedia - Britische Teekultur. Wikipedia-Seite zur britischen Teekultur. (Deutsch)
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School of Oriental and African Studies
Die School of Oriental and African Studies (kurz SOAS) ist Teil der University of London und ist eine der weltweit führenden Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Asien- und Afrikawissenschaften. Unter anderem wird hier die bedeutende chinawissenschaftliche
Zeitschrift
The China Quarterly herausgegeben. Für Besucher ist die SOAS vor allem wegen der Brunei Gallery von Interesse, welche kostenlose, wechselnde Ausstellungen anbietet. Außerdem gibt es in demselben Gebäude (gegenüber vom Hauptgebäude) noch einen japanischen Dachgarten zu sehen.
Anreise: Von der U-Bahn-Haltestelle Russell Square (Piccadilly Line) über den namensgebenden Platz zur University of London gehen, die SOAS liegt am nordöstlichen Ende des Russell Square.
Öffnungszeiten: Dienstags bis Samstags 10.30 - 17.00 Uhr
Links:
School of Oriental and African Studies. Offzielle Webseite der SOAS. (Englisch)
Wikipedia - School of Oriental and African Studies. Wikipedia-Seite zur SOAS. (Englisch)
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Andere Museen und Orte mit Asienbezug
Die obige Liste von Museen, Parks und anderen Orten mit Asienbezug in London ist keineswegs erschöpfend. Es gibt noch sehr viel mehr zu entdecken. Lohnenswert ist zum Beispiel ein Abstecher in die British Library, die viele wertvolle antike chinesische Schriften beherbergt. Das eintrittsfreie
Victoria and Albert Museum hat eine reichhaltige Asienabteilung. Im Fan Museum gibt es nicht nur eine große Zahl japanischer Fächer zu sehen, sondern auch einen weiteren japanischen Garten. Wer sich für moderne japanische Produkte interessiert, ist hingegen im Japan Centre in
Londons Shoppingmeile Nummer Eins, der Piccadilly Street bestens aufgehoben.
Links:
Visitlondon - Multicultural London. Viele Infos zum multikulturellen London, Infoguides zu den einzelnen Ethnien gibt es als praktischen PDF-Download. (Englisch)
British Library. Offizielle Webseite der British Library. (Englisch)
Victoria and Albert Museum. Offizielle Webseite des Victoria and Albert Museum. (Englisch)
Fan Museum. Offizielle Webseite des in Greenwich gelegenen Fan Museum. (Englisch)
Japan Centre. Webseite und Onlineshop des Japan Centre. (Englisch)
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