Longmen-Grotten (龙门石窟)
Mit dem Bau der gewaltigen buddhistischen Höhlenanlage wurde während der nördlichen Wei-Dynastie (北魏, 386-534) begonnen, er sollte rund 400 Jahren andauern. Der Name Longmen kann mit Drachentor übersetzt werden. Jede der unzähligen kleinen
und großen Grotten beherbergt zahlreiche buddhistische Statuen, manche davon winzig klein, andere hingegen riesenhaft groß. Longmen ist zwar ein Paradebeispiel chinesischen Kunsthandwerks, doch finden
sich vor allem in den großen Statuen auch indische Züge wieder. Vergleichbare Höhlenanlagen gibt es auch in anderen Teilen Chinas, so etwa die Yungang-Grotten (云冈石窟) bei
Datong (大同) in der Provinz Shanxi (山西), doch Longmen ist vielleicht der eindrucksvollste Ort dieser Art. Zur besonderen Attraktivität von Longmen trägt sicherlich auch die direkte Lage am Fluss bei. Leider haben die Longmen-Grotten unter
Kulturrevolution (文化大革命) und Plünderungen arg gelitten, vielen Statuen wurden die Köpfe abgeschlagen.
Die Longmen-Grotten liegen nahe der alten Kaiserstadt Luoyang (洛陽) in der Provinz Henan (河南) und sind von dort aus schnell per Bus und Taxi zu erreichen. Eine Reise in diese geschichtsträchtige
Region lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn die Stadt Luoyang selbst wenig reizvoll erscheinen mag, denn bei Luoyang liegt auch der erste buddhistische Tempel Chinas, der Tempel des weißen Pferdes (白马寺). Etwas weiter weg, aber immer noch im Rahmen einer Tagestour zu erreichen
ist der
Shaolin-Tempel (少林寺), Pilgerstätte für Kampfkunst-Begeisterte. Nach abgeschlossener Besichtigung von Longmen bietet sich aber auch ein Spaziergang in die unmittelbare, ländliche Umgebung der Grotten an, bei welchem man einen kleinen Einblick in das bäuerliche Leben Chinas gewinnen kann.