Matteo Riccis Grab (利玛窦墓)
In China ist der berühmte Jesuiten-Missionar unter dem Namen Li Madou (利玛窦, 6.10.1552 - 11.5.1610) bekannt. Ricci führte das Christentum in China ein und begründete
mit seiner Ankunft 1582 in China die dortige Jesuiten-Mission. Mithin kann er als der Urvater der westlichen Sinologie angesehen werden, denn Ricci verfügte über sehr umfassende Sprach- und Landeskenntnisse Chinas und vermittelte sein
in China erworbenes Wissen auch nach Europa. Chinabegeisterte Intellektuelle wie Leibniz oder Voltaire waren mit seinen Werken bestens vertraut. Außerdem machte Ricci durch seine rege Übersetzungstätigkeit
China erstmals mit den mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Errungenschaften Europas bekannt. Ingesamt verbrachte er bis zu seinem Tod 28 Jahre in China. Sein Grab befindet sich in einem kleinen Friedhof (mit den Gräbern weiterer Missionare) auf dem Gelände der
kommunistischen Parteischule für Verwaltung in Beijing. Es ist daher auch nicht völlig frei zugänglich, doch wer dem Pförtner sein Anliegen verständlich macht, sollte normalerweise ohne größere Probleme Eingang finden.