Shaolin-Tempel (Shaolinsi, 少林寺)
Es gibt in China mehrere Shaolin-Tempel, gemeint ist in der Regel jedoch der Shaolin-Tempel im Songshan-Gebirge (嵩山) in Henan (河南). Dieser lässt sich leicht im Rahmen einer Bustour vom Bahnhof einer
der nahe gelegenen Städte Luoyang (洛陽) oder Zhengzhou (郑州) aus erreichen. Wer jedoch ein verschwiegenes, geheimnisvolles Kloster in den Bergen erwartet, sei vorgewarnt: das mag einmal so gewesen sein, heute aber ist
der Tempel vollständig durchkommerzialisiert. Wer in der Gegend verweilt, sollte dem Tempel dennoch einen Besuch abstatten, die Lage in den Bergen ist nach wie vor reizvoll und der Tempel weist eine interessante Architektur und Geschichte auf.
Auch kann man hier einen Einblick in die berühmte Kampfkunst der Shaolin-Mönche (Shaolin gongfu, 少林功夫) erhalten. Rund um den Tempel haben sich nämlich eine Vielzahl von Kampfkunstschulen angesiedelt, außerdem
bieten die Mönche tägliche Vorführungen.
Das um 495 n. Chr. erbaute Kloster hat eine bewegte Geschichte hinter sich und wurde mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Die dort lebenden Mönche praktizierten den Chan-Buddhismus (Chanzong, 禅宗), der mit dem japanischen Zen verwandt ist. Außerdem entwickelten sie die
im Westen vor allem durch Filme und Schauvorführungen bekannte Shaolin-Kampfkunst, dazu gedacht, Körper und Geist trainieren. Der Tempel war immer auch ein politischer Machtfaktor und stand oft in enger Beziehung zum kaiserlichen Hof. Heute ist der Tempel zwar vor allem eine
Touristenattraktion, doch noch immer wird er von den Mönchen zu aktiven religiösen Zwecken genutzt. Besonders sehenswert ist neben dem eigentlichen Tempel der nahe gelegene Pagodenwald, ein Friedhof für berühmte Mönche des Tempels. Die Höhe der einzelnen
Pagoden (in welchen sich jeweils die Asche eines verstorbenen Mönches befindet) zeigt die Bedeutung der jeweiligen Mönche an.