Taishan (泰山)
Der Taishan ist einer der fünf heiligen Berge Chinas (tatsächlich gibt es natürlich weitaus mehr als nur fünf heilige Berge in China). Mit seinen 1545 Metern ist der Taishan zwar nicht besonders hoch, sein kultureller und religiöser Stellenwert ist jedoch enorm, nicht zu Unrecht gehört er zum Weltkulturerbe.
Der Taishan ist Teil eines kleinen Gebirges, welches sich unmittelbar vor der Stadt Tai'an (泰安) in der Provinz Shandong (山东) erstreckt. Am Besten gelangt man per Zug etwa von einer der beiden nächstgelegenen größeren Städten Zhengzhou (郑州) oder Jinan (济南)
nach Tai'an. Vom Bahnhof in Tai'an aus starten dann direkt mehrere Busse in Richtung Berg. Es besteht die Möglichkeit den Berg von ganz unten her zu besteigen, oder aber mit dem Bus bis etwa auf mittlere Höhe zu fahren, dort endet die Straße. Auf mittlerer Höhe wartet zudem auch eine Seilbahn, mit der man ganz bequem zum Gipfel gelangen kann.
Empfehlenswert ist das jedoch nicht, denn der Fußweg zum Gipfel führt durch eine wunderschöne Berglandschaft, vorbei an zahlreichen kleinen Tempeln und anderen kulturellen wie natürlichen Sehenswürdigkeiten. Anstrengend ist der Aufstieg allerdings schon, so führt der Weg unter anderem über mindestens 5000 Treppenstufen und kann je nach Schritttempo
fünf bis sieben Stunden veranschlagen. Mit Essen und Trinken kann man sich bei den zahlreichen kleinen Händlern am Rande des Weges eindecken. Einsam ist man bei dem Aufstieg auf keinen Fall, denn anscheinend will jeder Chinese wenigstens einmal in seinem Leben auf dem Taishan gewesen sein. Wenn man sieht, wie selbst schwer bepackte Lastenträger und alte Leute sich beharrlich die Treppen hinaufkämpfen,
fällt der Aufstieg schon gleich nicht mehr ganz so schwer.
Oben auf dem Gipfel warten dann Hotels, Restaurants, weitere Tempel und vor allem zahlreiche Aussichtspunkte. Denn die meisten Leuten, die den Taishan besteigen, haben nur ein Ziel: auf dem Berg zu übernachten und am nächsten Morgen in aller Frühe den Sonnenaufgang zu bewundern. Und dieser ist vom Taishan aus betrachtet tatsächlich ziemlich spektakulär.
Da es selbst im Sommer auf dem Gipfel empfindlich kühl werden kann und die Gipfelhotels darauf nur unzureichend eingestellt sind, sollte man immer ausreichend warme Kleidung und vielleicht auch eine kleine Decke mitbringen. Wer nichts dergleichen dabei hat, kann aber immer noch Mäntel der Volksbefreiungsarmee mieten, um den Sonnenaufgang in Ruhe genießen zu können.