Taoranting Park (陶然亭公园)
Der weit im Süden der Stadt (auf gleicher Höhe mit dem
Himmelstempel) gelegene Taoranting Park dürfte wohl nur wenigen Touristen ein Begriff sein, erfreut sich aber bei den Beijingern großer Beliebtheit. Die ungünstige Lage sollte denn auch nicht
darüber hinwegtäuschen, dass es sich um eine der interessantesten Parkanlagen Beijings handelt. Markantestes Merkmal des Parks sind seine zahlreichen Pavillons. Tatsächlich finden sich hier Nachbildungen
der berühmtesten Pavillons des gesamten Landes. Ein großer Teil des Parks wird aber von einem See ausgefüllt, in welchem sich eine über mehrere Brücken zu erreichende Insel befindet. Auf dieser Insel erwartet die Besucher mit dem
festungsartigen Cibei Nonnenkloster (慈悲庵) eine kleine architektonische Überraschung. Während des 20. Jahrhundert war es wiederholt Rückzugs- und Versammlungsort hochrangiger Vertreter der kommunistischen Partei. Davon zeugt heute aber nur noch eine kleine, und in dem
bereits während der Yuan-Dynastie (元朝, 1271-1368) errichteten Nonnenkloster etwas unpassend wirkende Fotoausstellung. Interessanter wäre es sicherlich gewesen, ein wenig mehr über die vielen Dichter zu erfahren, die sich von diesem Ort haben inspirieren lassen. Der Name
des dem Kloster angegliederten und wegen seiner Schönheit gerühmten Taoran Pavillons (陶然亭, zugleich Namensgeber des Parks) geht übrigens auf ein Gedicht des Tang-Dichters Bai Juyi (白居易, 772-846) zurück. Etwa zwei Stunden Zeit sollte man für einen Besuch des Parks auf jeden Fall mitbringen, da es auch jenseits der Insel noch so manches zu entdecken gibt
und die Anlage recht weitläufig ist.